Genussvolle Lesung in Düsseldorf am 17.9.
Vierzig Stühle standen in der Pauli-Apotheke bereit – und nur einer blieb unbesetzt. Hatte ich zu Anfang noch befürchtet, meine Stimme könnte ausfallen (der Apotheker als solches hält da ja immer etwas bereit), wurde es doch ein sehr schöner und für alle Beteiligten genussvoller Lese-Abend mit Bullrich-Salz: Marke · Mythos · Magensäure. Fast hätte man sagen können “Bullrich’s coming home” – denn welcher Ort scheint geeigneter als gerade eine Apotheke, die spannende und humorvolle Geschichte eines traditionsreichen Arzneimittels zum Vortrag zu bringen?
Der erste Teil der Lesung befasste sich mit der Chronik. Von den Anfängen im Berlin des Jahres 1827 bis zur ersten Zäsur 1895 folgten die Zuhörer gebannt den Familienfehden und Erbstreitigkeiten, die auch heute noch einer Fernsehserie alle Ehre machen würden. Nach der Pause kam dann der Humor auf seine Kosten. Eine kleine Geschichte über den Kabarettisten Martin Buchholz (“Was Bullrich-Salz für die Verdauung, ist Buchholz für die Weltanschauung”), eine Zusammenstellung der legendären Reklameverse und der Ausflug in die wilde Geschichte des Spruches “So nötig wie die Braut zur Trauung, ist Bullrich-Salz für die Verdauung” sorgten für Heiterkeit, die noch durch die Versuche übereifriger Verbraucher, selbst dichterisch tätig zu werden (“Lucullus könnt’ noch heute leben, hätt’ man ihm Bullrich-Salz gegeben”), gesteigert wurde. Den Vogel schossen aber die gereimten Kritiken an den Reklameversen ab, die in den 30er Jahren (natürlich anonym) dem Hersteller zugespielt wurden.
Musikalisch umrahmt wurde die Lesung gekonnt von Sibylle Bujanowski, die Auszüge aus den Bach’schen Cello-Suiten in einer Umschrift für Bratsche vortrug.
Die Zuhörer dankten für Lesung und Musik mit langem Beifall. Etliche nutzten die Gelegenheit, vor Ort ein – natürlich signiertes – Buch zu erwerben. Ihnen gilt mein herzlicher Dank! Ebenso ein “Danke” an Renate Rönnau (2. v.l.) von der Aktionsgemeinschaft Benrath, die die vortreffliche Organisation übernommen hatte, an Dr. Gerd Bosma (links), den Inhaber der Pauli-Apotheke, Sibylle Bujanowski (2. v.r.) sowie Ulrich Ohm von der Buchhandlung Dietsch, der leider nicht anwesend sein konnte. Zu einer so wundervollen Veranstaltung komme ich (rechts) gerne wieder!

