Beiträge im Juli 2009.

Lesung am 4. August in St. Marien – Berlin-Spandau

Am Dienstag, den 4. August, ist es um 20 Uhr wieder so weit: Maryanne Becker und Matthias Gerschwitz lesen aus den Geschichten für Entdecker – eine Anthologie mit elf unterschiedlichen Schatz-Geschichten. Maryanne Becker präsentiert Auszüge aus ihrem Nicht-nur-Lyrik-Band Wie eine Feder im Wind, während sich Matthias Gerschwitz auf Alt-Berliner Surensuche begibt: Interessantes und Humorvolles über einen der ältesten deutschen Markenartikel, Bullrich-Salz, und Auszüge aus der Geschichte der ältesten Kneipe Berlin-Charlottenburgs, der Gaststätte Wilhelm Hoeck 1892 in der Wilmersdorfer Str. 149.

St. Marien, Behnitz 9, ist seit 2001 in Privatbesitz und wurde durch Spendenmittel restauriert. Die katholische Kirche dient heute als Ort für unterschiedliche Veranstaltungen. Mit dem Eintritt von € 10,00 soll die weitere Sanierung und Instandhaltung der Kirche gewährleistet werden. (Nicht nur) deshalb würden wir uns über regen Besuch sehr freuen.

Hier nochmal die Daten:

Dienstag, 4. August 2009, 20.00 Uhr
St. Marien – Behnitz 9 – U-Bhf. Altstadt Spandau
Eintritt € 10,00 (Abendkasse)



Unerwarteter Besuch im “Hoeck”

Große Überraschung in der letzten Woche: In der Gaststätte Wilhelm Hoeck 1892 steht Maria Elena Rüttler mit ihrem Mann Héctor Horacio Cuello. Beide sind aus Argentinien angereist, um auf den Spuren von Marias Großmutter zu wandeln. Die nämlich ist – bzw. war, denn sie ist nun auch schon seit etlichen Jahren verstorben – Ilse, die älteste Tochter von Wilhelm und Margarete Hoeck. Maria hatte in den Unterlagen die Geburtsurkunde gefunden, der sie die Adresse “Wilmersdorfer Straße 150″ entnahm. Als die beiden nun vor dem Haus standen, in dem Hoeck 1901 seinen Firmensitz hatte, stellten sie ungläubig fest, dass es nebenan eine Alt-Berliner Kneipe mit dem Namen “Hoeck” gibt.

Ilse Hoeck schien nach der Hochzeit mit einem Kaufmann aus Frankfurt/Oder und der Auswanderung nach Argentinien vergessen zu sein, denn ihre Spur hatte sich verloren. Mit Marias Besuch konnte nun eine Lücke in der Familie geschlossen werden. So stellte ich fest, dass der Eintrag zu Ilses Hochzeit im Register der Luisengemeinde Charlottenburg etwas undeutlich geschrieben war: Der Großvater von Maria Elena, dessen Namen ich als “Artur Küttler” entziffert hatte, hieß in Wirklichkeit “Oskar Rüttler”.

Beide Argentinier, vor allem aber Maria, waren sichtlich gerührt, bisher unbekannte Spuren ihrer Familie zu finden. Dass den beiden ein Exemplar meines Buches Molle und Medaille überreicht wurde, versteht sich von selbst. Genauso, wie die Freude über den Besuch mit einem frisch gezapften Kindl-Pils – natürlich stilecht aus “Hoeck”-Gläsern – gefeiert wurde. Die Gläser konnten sie natürlich auch mitnehmen. So geht der “alte Hoeck” im Jahre 2009 noch mal auf Weltreise…

Das Foto zeigt von links Héctor, in der Mitte Maria Elena und rechts Holger Wiedenhöft, den “Hoeck”-Wirt.