Beiträge im September 2008.

Im “Hoeck”, um “Hoeck” und um “Hoeck” herum

Die schlimmste Befürchtung trat nicht ein – niemand musste weggeschickt werden. Trotzdem war die Alt-Berliner Kneipe “Wilhelm Hoeck 1892″ mit weit über einhundert Gästen bis auf den letzten (Steh-)Platz gefüllt, als ich am 27. September 2008 mein neues Buch Molle und Medaille der Öffentlichkeit vorstellte. Das kann aber nicht verwundern- schließlich handelt das Buch ja von Geschichte und Geschichten rund um die älteste Kneipe in Berlin-Charlottenburg. Als offizieller Vertreter des Bezirks saß Stadtrat Reinhard Naumann mitten unter den Gästen, von der Hotel- und Gaststätten-Innung war die “Grande Dame” Horita Wolf anwesend, und die Honoratioren des Berliner Ruderclubs waren fast in Mannschaftsstärke angetreten. Zur Unterhaltung der Gäste spielte der Leierkastenmann Hubert Krüger alte Berliner Gassenhauer.

Eine der spannenden Besonderheiten: Der Sohn des Gründers und Inhaber des Unternehmens von 1933 – 1969, Horst Hoeck, errang 1932 bei den X. Olympischen Spielen in Los Angeles mit seinen Kameraden vom Berliner Ruderclub die Goldmedaille im “Vierer mit Steuermann”. Daher begann die Präsentation und Lesung mit einer Referenz an den erfolgreichen, aber (fast) vergessenen Sportsmann – mit dem Kapitel über Horst Hoeck.

Auszüge aus der Geschichte des Unternehmens, das neben der Gastronomie auch einmal eine “Großdestillation und Liqueurfabrikation” beinhaltete, brachten vielen, selbst Stammgästen, neue Erkenntnisse. Zum Abschluss wurden einige besondere Gäste aus vielen Jahrzehnten Gastronomie vorgestellt, so z. B. “Henkel-Werner” oder “Kohlen-Ernst” (ein früherer Kohlenschlepper, der in eine Möbelspedition gewechselt war), der sein Berufsleben immer in dem Satz zusammenfasste: “Erst hab’ ick in die Kohlen gemacht, nu’ mach ick in die Möbel!”

Die Gäste dankten mit Applaus; viele ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und erwarben ein druckfrisches und natürlich signiertes Exemplar. Nach ungefähr sieben Stunden verließen die letzten Gäste das Lokal. Es war ein rundum schöner und gelungener Abend, der dank der tatkräftigen und tollen Unterstützung durch die Wirtsfamilie Wiedenhöft (besonders das traditionelle Berliner Buffet, das Sibylle Wiedenhöft gezaubert hatte) und die wieselflinken Damen vom Service zu einem vollen Erfolg wurde.

Übrigens: Der erste Pressebericht zum Buch erschien schon heute – am Sonntag, den 28. September 2008…



Genussvolle Lesung in Düsseldorf am 17.9.

Vierzig Stühle standen in der Pauli-Apotheke bereit – und nur einer blieb unbesetzt. Hatte ich zu Anfang noch befürchtet, meine Stimme könnte ausfallen (der Apotheker als solches hält da ja immer etwas bereit), wurde es doch ein sehr schöner und für alle Beteiligten genussvoller Lese-Abend mit Bullrich-Salz: Marke · Mythos · Magensäure. Fast hätte man sagen können “Bullrich’s coming home” – denn welcher Ort scheint geeigneter als gerade eine Apotheke, die spannende und humorvolle Geschichte eines traditionsreichen Arzneimittels zum Vortrag zu bringen?

Der erste Teil der Lesung befasste sich mit der Chronik. Von den Anfängen im Berlin des Jahres 1827 bis zur ersten Zäsur 1895 folgten die Zuhörer gebannt den Familienfehden und Erbstreitigkeiten, die auch heute noch einer Fernsehserie alle Ehre machen würden. Nach der Pause kam dann der Humor auf seine Kosten. Eine kleine Geschichte über den Kabarettisten Martin Buchholz (“Was Bullrich-Salz für die Verdauung, ist Buchholz für die Weltanschauung”), eine Zusammenstellung der legendären Reklameverse und der Ausflug in die wilde Geschichte des Spruches “So nötig wie die Braut zur Trauung, ist Bullrich-Salz für die Verdauung” sorgten für Heiterkeit, die noch durch die Versuche übereifriger Verbraucher, selbst dichterisch tätig zu werden (“Lucullus könnt’ noch heute leben, hätt’ man ihm Bullrich-Salz gegeben”), gesteigert wurde. Den Vogel schossen aber die gereimten Kritiken an den Reklameversen ab, die in den 30er Jahren (natürlich anonym) dem Hersteller zugespielt wurden.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung gekonnt von Sibylle Bujanowski, die Auszüge aus den Bach’schen Cello-Suiten in einer Umschrift für Bratsche vortrug.

Die Zuhörer dankten für Lesung und Musik mit langem Beifall. Etliche nutzten die Gelegenheit, vor Ort ein – natürlich signiertes – Buch zu erwerben. Ihnen gilt mein herzlicher Dank! Ebenso ein “Danke” an Renate Rönnau (2. v.l.) von der Aktionsgemeinschaft Benrath, die die vortreffliche Organisation übernommen hatte, an Dr. Gerd Bosma (links), den Inhaber der Pauli-Apotheke, Sibylle Bujanowski (2. v.r.) sowie Ulrich Ohm von der Buchhandlung Dietsch, der leider nicht anwesend sein konnte. Zu einer so wundervollen Veranstaltung komme ich (rechts) gerne wieder!



Einer der ersten Besucher dieser Website …

… hat sich auf eine lange virtuelle Reise gemacht, denn es war ein Freund von mir, der seit längerem in Afghanistan als Friedensfachkraft zivile Aufbauhilfe leistet. Axel – ich danke Dir und freue mich auf Deinen nächsten Urlaub in der Heimat, wenn wir uns wieder sehen!



Neulich gelesen…

Wer glaubt, Autoren würden sich auf das Lesen der monatlichen Verkaufsabrechnung ihres Verlages beschränken, der ist einem großen Irrtum aufgesessen. Und es sind auch nicht die eigenen Werke, in die ein Autor mit Vorliebe schaut, um sich an den Ergebnissen seiner Recherchen, seiner Ideen oder seiner Fabulierkunst zu berauschen. Hier mal eine gute Empfehlung – Weihnachten ist ja nicht mehr weit…

Das Buch, das ich gerade beendet habe, ist eine wunderschöne Reise entlang der Spree von dem Moment, an dem sie am Müggelsee das Stadtgebiet Berlins erreicht, bis zu jenem Moment, an dem sie 47 Kilometer später in Spandau in die Havel mündet.

Carl-Peter Steinmann hat mit seinem Buch “Im Fluss der Zeit” (Transit-Verlag 2008) dem Strom, dem der Berliner den Namen “Spree-Athener” verdankt, ein würdiges Denkmal gesetzt. Der Autor – ein bekannter Berliner Stadtführer und Stadtschreiber – stöbert in Geheimnissen am linken und rechten Flussufer: vom “Eierhäuschen”, in dem schon Fontane und Else Urys “Nesthäkchen” einkehrten – bis zu “Tante Agnes”, die mit den dort verkehrenden Damen allerdings mitnichten verwandt war.

Es ist, wie der Klappentext verrät, ein “schönes Unterhaltungsprogramm für einen Tag auf dem Wasser oder auf dem Balkon, bestens geeignet für ein aufregendes Abtauchen in die Berliner Geschichte.” Und dem ist nichts hinzuzufügen…



Buchpräsentation

Am 27. September 2008 um 18.00 Uhr stelle ich mein neues Buch Molle und Medaille der Öffentlichkeit vor. Da dieses Buch einem Fixstern am Berliner Gastro-Himmel gewidmet ist – der Alt-Berliner Kneipe und bürgerlichen Speisegaststätte Wilhelm Hoeck 1892 in Charlottenburg – findet die Präsentation selbstverständlich auch dort statt. Der Eintritt beträgt € 5,00 – dafür erwarten den Besucher eine Lesung, Musik und ein traditionelles Berliner Buffet. Anmeldungen bis zum 23. September 2008 bitte an hoeck@gerschwitz.com.

Adresse:

“Wilhelm Hoeck 1892″
Wilmersdorfer Straße 149
10585 Berlin-Charlottenburg

U2, U7: “Bismarckstraße”



Lesung in Düsseldorf-Benrath

Benrath, Bach und Bullrich-Salz

Am 17. September 2008 lese ich im Rahmen der Aktion “Benrath liest” in der Pauli-Apotheke (Paulistraße 10, 40597 Düsseldorf) aus meinem Buch BULLRICH-SALZ: Marke · Mythos · Magensäure. Begleitet werde ich von meiner Schwester Sibylle Bujanowski, die das Programm mit Auszügen aus den Suiten für Violoncello Solo von Johann Sebastian Bach – vorgetragen auf der Bratsche – musikalisch untermalt. Beginn: 19.30 Uhr.

Eintrittskarten (€ 8,00/ ermäßigt € 4,00) gibt es ausschließlich bei der Buchhandlung Dietsch (Hauptstraße 47, 40597 Düsseldorf, Telefon 0211/717871).



Herzlich willkommen!

Jetzt ist es also so weit: Nun gibt es noch einen Blog im Netz – aber einen, der mit viel mehr Buchstaben zu tun hat, als Sie hier auf dieser Seite finden werden! Denn es geht um Bücher, die irgendwie mit Berlin in Verbindung stehen. Berlin ist eine Stadt voller Geschichte und Geschichten, die sich lohnen, aufgeschrieben zu werden. Die ersten können Sie links in der Navigation unter meinem Namen (Matthias Gerschwitz) aufrufen. Da ich aber nicht der Einzige bin, der Geschichte(n) aus Berlin erzählt, wird im Laufe der Zeit sicherlich noch der oder die eine oder andere Autor(in) hinzukommen, der/die Ihnen sein/ihr Berlin vorstellen möchte. Oder es werden Bücher von Berliner Autoren vorgestellt – oder interessante Empfehlungen weitergegeben.

Bleiben Sie uns gewogen! Ihr Matthias Gerschwitz